Avodah Zarah 75

Kapitel 75

א אלא מדרבנן וקרא אסמכתא בעלמא
1 Vielmehr, dies ist rabbanitisch, während die Schriftstelle nur eine Anlehnung ist.
ב אמר רב שמואל בר רב יצחק אמר רב כל הנאכל כמות שהוא חי אין בו משום בישולי עובדי כוכבים בסורא מתנו הכי בפומבדיתא מתנו הכי אמר רב שמואל בר רב יצחק אמר רב כל שאינו נאכל על שולחן מלכים ללפת בו את הפת אין בו משום בישולי עובדי כוכבים
2 R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Alle Dinge, die auch roh gegessen werden, sind nicht als Gekochtes von Nichtjuden verboten. So lehrte man dies in Sura; in Pumbeditha lehrten sie es wie folgt: R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Alle Dinge, die nicht an der königlichen Tafel als Zukost zum Brot gegessen werden, sind nicht als Gekochtes von Nichtjuden verboten. –
ג מאי בינייהו איכא בינייהו דגים קטנים וארדי ודייסא
3 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich kleiner Fische, Schwämme und Graupen.
ד אמר רב אסי אמר רב דגים קטנים מלוחים אין בהן משום בישולי עובדי כוכבים אמר רב יוסף אם צלאן עובד כוכבים סומך ישראל עליהם משום עירובי תבשילין ואי עבדינהו עובד כוכבים כסא דהרסנא אסור
4 R. Asi sagte im Namen Rabhs: Bei kleinen gesalzenen Fischen gilt nicht [das Verbot] des von Nichtjuden Gekochten. R. Joseph sagte: Hat ein Nichtjude sie gebraten, so darf ein Jisraélit sie zu einem Speisen-E͑rub verwenden. Hat ein Nichtjude aus solchen eine Fischspeise gemacht, so ist sie verboten. –
ה פשיטא מהו דתימא הרסנא עיקר קמ"ל קימחא עיקר
5 Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, die Fischtunke sei die Hauptsache, so lehrt er uns, daß das Mehl die Hauptsache ist.
ו אמר רב ברונא אמר רב עובד כוכבים שהצית את האור באגם כל החגבים שבאגם אסורין ה"ד אילימא דלא ידע הי טהור והי טמא מאי איריא עובד כוכבים אפילו ישראל נמי אלא משום בישולי עובדי כוכבים
6 R. Beruna sagte im Namen Rabhs: Wenn ein Nichtjude ein Rohrgebüsch anzündet, so sind alle Heuschrecken, die sich im Gebüsche befinden, verboten. In welchem Falle, wollte man sagen, weil man dann nicht weiß, welche rein, und welche unrein sind, so braucht dies ja nicht von einem Nichtjuden gelehrt zu werden, dies gilt ja auch von einem Jisraéliten. Und wollte man sagen, als Gekochtes von Nichtjuden,
ז כי האי גוונא מי אסיר והאמר רב חנן בר אמי א"ר פדת א"ר יוחנן האי עובד כוכבים דחריך רישא שרי למיכל מיניה אפילו מריש אוניה אלמא לעבורי שער קמיכוין ה"נ לגלויי אגמא קא מיכוין
7 so ist es ja in einem solchen Falle nicht verboten, denn R. Ḥanan b. Ami sagte im Namen R. Pedaths im Namen R. Joḥanans, wenn ein Nichtjude einen Kopf abgesengt hat, dürfe man sogar von der Spitze des Ohres essen; wohl aus dem Grunde, weil er nur das Haar entfernen wollte, ebenso wollte er auch hierbei nur das Gebüsch freilegen!? –
ח לעולם דלא ידע הי טהור והי טמא ומעשה שהיה בעובד כוכבים היה
8 Tatsächlich, weil man dann nicht weiß, welche rein und welche unrein sind, nur war es ein Ereignis mit einem Nichtjuden.
ט גופא אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן האי עובד כוכבים דחריך רישא שרי למיכל מיניה אפילו מריש אוניה אמר רבינא הלכך האי עובד כוכבים דשדא סיכתא לאתונא וקבר בה ישראל קרא מעיקרא שפיר דמי פשיטא מהו דתימא לבשולי מנא קא מיכוין קמ"ל לשרורי מנא קא מיכוין
9 Der Text. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Nichtjude einen Kopf absengt, so darf man sogar von der Spitze des Ohres essen. Rabina sagte: Daher ist, wenn ein Nichtjude einen Pflock in einen Ofen legt, in den ein Jisraélit vorher einen Kürbis gelegt hat, dieser erlaubt. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, er habe das Kochen beabsichtigt, so lehrt er uns, daß er das Gerät nur trocknen wollte.
י אמר רב יהודה אמר שמואל הניח ישראל בשר על גבי גחלים ובא עובד כוכבים והפך בו מותר היכי דמי אילימא דאי לא הפך ביה הוה בשיל פשיטא אלא לאו דאי לא הפך לא הוה בשיל אמאי מותר בישולי של עובדי כוכבים נינהו
10 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn ein Jisraélit Fleisch auf Kohlen gelegt hat und ein Nichtjude kommt und es umdreht, so ist es erlaubt. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es gar geworden wäre, auch falls der Nichtjude es nicht umgedreht hatte, so ist es ja selbstverständlich, doch wohl in dem Falle, wenn es nicht gar geworden wäre, falls er es nicht umgedreht hätte; weshalb ist es nun erlaubt, es ist ja von einem Nichtjuden zubereitet worden!? –
יא לא צריכא דאי לא הפך הוה בשיל בתרתי שעי והשתא קא בשיל בחדא שעתא מהו דתימא קרובי בישולא מילתא היא קמ"ל
11 In dem Falle, wenn es, falls er es nicht umgedreht hätte, in zwei Stunden gar geworden wäre, und nun in einer Stunde gar geworden ist; man könnte glauben, die Beschleunigung des Garwerdens sei von Bedeutung, so lehrt er uns. –
יב והאמר ר' אסי א"ר יוחנן כל שהוא כמאכל בן דרוסאי אין בו משום בישולי עובדי כוכבים הא אינו כמאכל בן דרוסאי יש בו משום בשולי עובדי כוכבים
12 R. Asi sagte ja aber im Namen R. Joḥanans, wenn die Speise bereits [bei einem Jisraéliten] wie die Speise des Ben Drusaj gekocht hat, sie nicht mehr als Gekochtes von Nichtjuden verboten werden könne; demnach ist sie, wenn nicht wie die Speise des Ben Drusaj, wohl als Gekochtes von Nichtjuden verboten!? –
יג התם כגון דאותביה בסילתא ושקליה עובד כוכבים ואותביה בתנורא
13 Dies in dem Falle, wenn es sich in einem Gefäße befindet und der Nichtjude es in den Ofen setzt.
יד תניא נמי הכי מניח ישראל בשר על גבי גחלים ובא עובד כוכבים ומהפך בו עד שיבא ישראל מבית הכנסת או מבית המדרש ואינו חושש שופתת אשה קדירה על גבי כירה ובאת עובדת כוכבים
14 Ebenso wird auch gelehrt: Ein Jisraélit darf Fleisch auf Kohlen legen und unbeanstandet es einen Nichtjuden solange umdrehen lassen, bis er aus dem Bet- oder Lehrhause kommt; eine Frau darf einen Topf auf den Herd setzen und unbeanstandet ihn eine Nichtjüdin